Maßnahmen zur Verhütung der Weiterverbreitung
multiresistenter Mikroorganismen
 
 
 
 
Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme (MRSA)
 
Vancomycin-resistente Enterococcus-Stämme (VRE)

 

 

In den letzten Jahren ist es weltweit zu einer deutlichen Zunahme Antibiotika-resistenter
Mikroorganismen gekommen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang

Vancomycin-resistente Enterococcus-Stämme (VRE) sowie Methicillin-resistente Staphylo-

coccus aureus-Stämme (MRSA), die entweder von entsprechend kolonisierten oder infizierten Personen in das Krankenhaus eingeschleppt oder dort durch antibiotische Therapie selektioniert werden.

 

   

Der Unterbrechung der Infektionsketten kommt daher hohe Bedeutung zu.

 

Dies gelingt nach heutiger Kenntnis nur durch sehr konsequent durchgeführte hygienische
Maßnahmen, deren Wirksamkeit durch zusätzliche hygienisch-mikrobiologische Kontrolluntersuchungen ermittelt werden muß!

 

Liegt bei einem Patienten eine Besiedlung oder Infektion mit einem VRE oder MRSA-Stamm vor, so sollten alle Personen, die mit diesem Patienten oder seinem Umfeld in Berührung
kommen (z. B. medizinisches Personal auf den betreffenden Stationen und Funktionsbereichen,

Labor- und Röntgenpersonal, das auf Stationen eingesetzt wird, Reinigungskräfte, Krankenhausseelsorger und Besucher), über die notwendigen Hygienemaßnahmen instruiert werden.

 

Nachfolgend werden diese Hygienemaßnahmen dargelegt und unterteilt in

 

 

1. Patientenbezogene Maßnahmen

 

1.1 Aufklärung des Patienten über die Notwendigkeit von Isolierungsmaßnahmen und Verhaltensregeln

 

1.2 Isolierung

 

 

 

1.3 Patientenbezogene mikrobiologische Untersuchung

(nach Rücksprache mit dem Institut für Medizinische Mikrobiologie und Immunologie)

 

Untersuchung von Nasenabstrichen (beide Nasenöffnungen) und Rachenabstrichen, allen Wunden und Hautläsionen, Trachealsekret (bei Beatmung) und Urin (bei katheterisierten
Patienten)
Untersuchung von Stuhl (Rektumabstrich), Urin, Wunden, Harnwegskathetern, Kolostomiebereich

Für beide gilt:

 

1.4 Pflege des Patienten

 

 

 

1.5 Maßnahmen bei Verlegung, Transport und externer Untersuchung des Patienten

 

 

 

1.6 Allgemeine Desinfektionsmaßnahmen

 

 

 

1.7 Müllentsorgung

 

Abfälle sind als nicht infektiöse Krankenhausabfälle zu entsorgen (Säcke im Zimmer
verschließen).

 

 

1.8 Wäscheentsorgung

 

Wäsche, Handtücher, Schmutzkleidung usw. werden in Säcken eingesammelt (im Zimmer verschließen und direkt entsorgen).

 

2. Personalbezogene Maßnahmen bei gehäuft auftretender Besiedlung/

Infektion von Patienten (mehr als 1 Person mit multiresistenten Bakterien)

 

2.1 Aufklärung/Information des Personals durch die Abteilung für Krankenhaushygiene

über Maßnahmen zur Bekämpfung

 

2.2 Hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen bei medizinischem Personal mit direktem

Kontakt zu kolonisierten/infizierten Patienten

 

 

 

2.3 Bei Nasen-Rachenbesiedlung des Personals mit MRSA

 

Abstrichkontrolle 72 Stunden nach der letzten Applikation, bis drei negative Befunde im Abstand von 48 Stunden vorliegen Kolonisiertes Personal sollte nicht in infektionsgefährdeten Bereichen (z. B. Intensiv, OP, Transplantation, Verbrennungsstation, Onkologie) arbeiten.

 

 

2.4 Bei Besiedlung des Personals mit VRE

 

 

 

3. Stationsbezogene, organisatorisch-funktionelle Maßnahmen bei gehäuft

nachgewiesener Besiedlung/Infektion von Patienten

 

- - bei MRSA: Nasenabstriche (beide Nasenöffnungen), Rachenabstriche, ggf. Mundspül-
wasser und ggf. Abstriche von Wunden, Hautläsionen, Ekzemen bzw. Trachealsekret und

Urin (bei Harnwegskatheter)

- - bei VRE: Stuhl oder Rektumabstriche, Urin, Wundabstriche, Harnwegskatheter,
Kolostomiebereich-Abstriche