Geleitwort der WHO

 

Hygiene in seiner ursprünglichen Bedeutung als Lehre von der Gesunderhaltung des Menschen und seiner Umwelt beschreibt die medizinisch professionellen Aspekte der Hygiene, so auch die Aufgaben der Umwelthygieniker. Als ganzheitlicher Ansatz gehört sie aber (wieder) in den Alltag. Hygiene ist jeden Tag der Schlüssel zum gesunden Sein jedes Einzelnen.

Hygienebewusstsein ist nicht angeboren. Das entsprechende Verhalten haben wir in Jahrhunderten mühsam erlernt, angefangen bei mythologisch begründeten Lebensregeln und hinführend in das wissenschaftlich seit etwa hundert Jahren verstandene Konzept umfassender öffentlicher Gesundheit. Die individuelle Grundlage dazu wird in der Kindheit gelegt, als Maßnahme mit Sofortwirkung und als Investition in die Zukunft.

Die WHO hat den Weltgesundheitstag 2003 unter das Motto „Shape the Future of Life - Healthy Environments for Children" gestellt: Auf der Welt sterben immer noch Millionen Kinder infolge unzulänglicher Umwelthygiene. In zwei jüngsten Studien der WHO wird nochmals deutlich, dass die Ausbreitung der Cholera (z.B. in Nigeria 1995/96) oder anderer wasserbürtiger Krankheiten (z.B. in Nepal ) durch regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife maßgeblich beschränkt werden kann. Und in dem einfachen Ausrüstungspaket für Hebammen in Afrika ist ein Stück Seife ein Schlüsselelement zur Verminderung der Müttersterblichkeit im Kindbett.

Was hierzulande elementare Selbstverständlichkeit geworden ist, müssen wir gemeinsam andernorts erarbeiten, und oftmals muss es mühsam erstritten werden. Kinder erreichen wir am besten in ihrer direkten Umwelt, also in Familie, Kindergarten und Schule. Bildung ist eine der Grundlagen für Gesundheit. Gesundheitsfördernde Schulen sind in den letzten 10 Jahren zu 40 nationalen Netzwerken gewachsen, die sich unter Leitung der WHO zusammengeschlossen haben. Eine ähnliche Schlüsselrolle müssen auch die Kindergärten bekommen. Kinder können sehr früh lernen, wie sie verantwortungsbewusst mit sich selbst und anderen in Bezug auf Gesundheit umgehen können. Erfahrungen in der frühkindlichen Erziehung z. B. in Skandinavien weisen den Weg.

„Hygiene-Tipps für Kids" nimmt diesen Ansatz der Verknüpfung von Bildung und Gesundheit auf. Alle sollen involviert werden, die Gesundheitserziehung im Vor- und Grundschulalter - bewusst oder unbewusst - gestalten. Dies sind die Gesundheitsämter genauso, wie die Kinderärzte, Lehrer und Erzieher sowie deren Ausbildungsstätten und natürlich die Eltern und ihre Kinder. Die vorliegenden Materialien sollen alle Beteiligten zusammenführen und dennoch einzeln - so z. B. in den beiden Bilderbüchern - ansprechen. Motivation, Professionalität und fachliche Bildung der Multiplikatoren sollen gefördert werden, um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu erzeugen. Kinder sind unsere Zukunft. Sie leben im Hier und Heute und sind unser Motiv jetzt und vor Ort mit konkreten Maßnahmen zu beginnen.

Viel Erfolg!
Dr. Günter Klein,
Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit
der Weltgesundheitsorganisation, Bonn 

 

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