Fragen & Antworten - Handkontakt

 

Hygiene-Tipps für Kids im Krankenhaus

Fragen zu Hygienemaßnahmen in Kinderkliniken und Spezialambulanzen bei immunsupprimierten Kindern


Frage: Es gehört zu den in Ihren Materialien empfohlenen Hygienemaßnahmen, Handkontakt grundsätzlich zu vermeiden. Darin eingeschlossen ist auch die in Deutschland übliche Geste des Händeschüttelns zur Begrüßung. Auch wenn klar ist, dass sehr viele Infektionen über Handkontakt übertragen werden, erscheint es zweifelhaft, dass die Vermeidung des Händeschüttelns als Grußes von Kindern und Eltern akzeptiert wird. Wie könnte man eine solche Maßnahme vermitteln?

Antwort: Es ist vollkommen richtig, dass es sich bei dieser Geste um einen wichtigen zwischenmenschlichen Kontakt handelt und zwar gerade für Menschen, die aufgrund von akuten oder chronischen Erkrankungen psychisch belastet sind und bei denen der direkte Kontakt zu „ihrem Arzt“ Vertrauen und Compliance fördert.

Tatsächlich werden aber nahezu alle relevanten Infektionen im Krankenhaus und in den entsprechenden Ambulanzen potentiell über die Hände übertragen und die Hände sowohl des Personals als auch der Patienten und ihrer Kontaktpersonen können mit Krankheitserregern kontaminiert sein.

Das Händeschütteln zur Begrüßung ist keine angeborene Verhaltensweise. In anderen Kulturen gibt es andere Begrüßungsrituale. Kleinkinder müssen sogar gelegentlich von ihren Eltern zum Händeschütteln „genötigt“ werden. Diese Geste eines direkten Kontaktes festigt sich also erst im Laufe der persönlichen Entwicklung und Erziehung als selbstverständliche Handlung und wird dann als Zeichen einer „guten Erziehung“ etabliert.

Gerade bei Kleinkindern und Schulkindern ist die Umsetzung guter Händehygiene eine schwierige Aufgabe. Diese Kinder gehören zur primären Zielgruppe der Informationsmaterialien „Hygiene-Tipps für Kids im Krankenhaus“. Es sind Kinder, die eine chronische Erkrankung haben, die sie immer wieder mit stationären oder ambulanten Einrichtungen der medizinischen Versorgung in Kontakt bringt. Die Vermeidung direkter Handkontakte aufgrund der oben genannten Übertragungsmöglichkeit (in beiden Richtungen) ist ein wichtiger Bestandteil der Prävention. Wir glauben, dass hier ein Umdenken erforderlich ist und dass wir als Vorbilder des medizinischen Personals wie bei der Händehygiene mit gutem Beispiel vorangehen sollten.

Konkret schulen wir unsere Mitarbeiter, Patienten und Eltern dahingehend, dass das Händeschütteln innerhalb und außerhalb des Krankenhauses vermieden wird. Es gibt eine Vielzahl anderer Möglichkeiten und Gesten, dem Patienten „Wertschätzung“ zu signalisieren und sich zu begrüßen. Die Maßnahme wird immer gut akzeptiert, wenn wir erklären, warum wir uns dafür entscheiden: „Wir vermeiden das Händeschütteln, weil über die Hände viele Krankheitserreger übertragen werden können und wir die Patienten vor Infektionen schützen möchten.“

Priv. Doz. Dr. med. Arne Simon
Oberarzt Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Zentrum für Kinderheilkunde am Universitätsklinikum Bonn
Adenauerallee 119
53113 Bonn
Email: asimon@ukb.uni-bonn.de

Untitled document

"Kleines Klobüchlein“ für Kinder in Arabisch/Deutsch (PDF) und Farsi/Deutsch (PDF) downloaden oder hier bestellen.


Konzept „Hygiene-Tipps für Kids“. Risiken bei übertragbaren Krankheiten in der Kinderbetreuung vermindern.
mehr lesen

Übersichtskarte der Netzwerkpartner in Deutschland

Die Poster und Broschüren mit Hygiene-Tipps  zur Infektionsprävention bei chronisch kranken Kindern gibt es als Print-Produkt direkt in unserem Shop oder zum kostenlosen Download als PDF-Datei.